Im Zusammenhang mit Wärmedämmverbund-Systemen (WDVS) ist beim Oberputz zumeist von Mineral- und/oder Silikatputzen die Rede; weniger bekannt, aber eine für viele Anwendungen ebenso interessante Lösung können auch Silikonharzputze sein.
Mineralputze

Nachteilig ist, dass mineralische Putze zur Rissbildung neigen können. Sie bilden eine harte, stabile Außenhaut für die Fassade, sind gleichzeitig aber auch weniger flexibel/elastisch und können daher oberflächlich bei Bewegungen/Verschiebungen im Untergrund Risse bilden.
Silikatputz
Silikatputze eignen sich insbesondere für mineralische Untergründe und kommen vornehmlich als Oberputz auf Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) zum Einsatz. Sie bieten sich für diese Anwendung an, weil sie einerseits diffusionsoffen und andererseits nahezu wasserdicht sind.
Darüber hinaus verfügen sie über eine hohe Alkalität, was wiederum Vor- und Nachteile hat: Auf der einen Seite hemmt diese Eigenschaft die Schimmelpilzbildung. Auf der anderen Seite ist es bei der Verarbeitung erforderlich, gewisse Oberflächen, wie z. B. Metall- und Glasflächen abzudecken und zu schützen. Die hohe Alkalität des Bindemittels (Wasserglas) führt weiterhin zu Einschränkungen bei den verfügbaren Farbtönen.
Silikonharzputze
Für die Fassadenbeschichtung eignen sich neben diesen mineralischen Putzen auch Kunstharzputze – anstelle von anorganischen, mineralischen Bindemitteln enthalten sie organische Bindemittel. Zu ihnen zählen auch sogenannte Silikonharzputze. Als Bindemittel fungiert bei ihnen eine Silikonharzemulsion, also ein fein verteiltes Gemisch von Silikonharz-Tröpfchen in Wasser. Dabei handelt es sich um flüssig-klebrige Kunststoffe, die natürlichen Baumharzen nachempfunden sind. Ihre Stärke ist ihre besonders hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber witterungsbedingten, thermischen und mechanischen Belastungen.
Nachteile sind eine geringere Wasseraufnahmefähigkeit und Diffusionsoffenheit sowie eine weniger gute Ökobilanz im Vergleich zu Mineralputzen. Denn neben der Silikonharzemulsion ist in der Regel zusätzlich eine Polymerdispersion, wie z. B. Epoxid- oder Polyesterharz enthalten.
Wirkungsvoller Fassadenschutz

Sie sind auch gegenüber physikalischen Belastungen äußerst robust: Die Kunstharz-Binder machen das Material elastisch und damit resilient gegen Stein- und Hagelschlag oder Ballwürfe. Ihre Elastizität macht Silikonharzputze auch relativ unempfindlich gegenüber thermischen Spannungen durch starke Temperaturschwankungen und sorgt für eine geringe Rissanfälligkeit.
So wird das gesamte WDV-System langlebig geschützt:
Zum Beispiel mit dem Silikonharz-Scheibenputz weber.pas 481 AquaBalance. Auch ohne biozide Filmkonservierung bietet er langfristig Schutz gegen Algen- und Schimmelpilzbildung. Der lösemittelfreie Silikonharz-Oberputz ist besonders witterungsbeständig, mechanisch hoch belastbar und zugleich wasserdampfdurchlässig.
Die Wasserdampfdurchlässigkeit sorgt dafür, dass eventuell vorhandene Feuchtigkeit im Wandaufbau durch den Oberputz hindurch abtrocknen kann. Dieser Effekt ist bei Silikonharzputz schwächer ausgeprägt als bei Mineralputzen, jedoch deutlich stärker als bei normalen Kunstharzputzen. Die Eigenschaft ist insbesondere wichtig in der Funktion als WDVS-Oberputz, damit eventuell vorhandenes Schwitzwasser durch Diffusion abgeführt werden kann und keine Feuchtigkeit die Wärmeschutzfunktion des Dämmstoffs beeinträchtigt.
Darüber hinaus ist weber.pas 481 AquaBalance leicht und sehr ergiebig zu verarbeiten. Der Silikonharzputz kann sparsam und dünn (ca. halb so dünn wie ein Mineralputz) aufgetragen werden, ohne die Widerstandsfähigkeit zu beeinträchtigen, was auch den höheren Preis gegenüber mineralischen Putzen wieder relativiert.


