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14. Dezember 2020  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Innendämmsysteme im Vergleich

von  Ulrich Wolf | 4 Min. Lesezeit | #innendämmsysteme   #raumklima  #dämmung  #diffusionsdichte  #innendämmungen 

Fehlertolerant, kondensattolerant, tolerant gegenüber Leckagen. Tolerant klingt immer gut. Deswegen kommen diffusionsoffene Innendämmungen gegenüber ihren weniger toleranten Kollegen wohl am häufigsten zum Einsatz. Aber auch diffusionshemmende und diffusionsdichte Innendämmsysteme haben Vorteile, wenn sie sinn- und planvoll eingesetzt werden.

Diffusionsdichte Innendämmungen

Eigenschaften

Diffusionsdichte Innendämmsysteme sind ihrem Namen nach dampfdicht. Das bedeutet, dass keine Luftfeuchte aus dem Innenraum in die Dämmkonstruktion gelangen kann – vorausgesetzt, die Innendämmung wurde wirklich dicht ausgeführt und nicht nachträglich beschädigt. Die Sperrwirkung wird bei diesen Produkten entweder durch den Dämmstoff selbst oder eine zur Raumseite hin aufgebrachte Dampfbremse erzeugt. Bei Letzterer ist eine äußerst sorgfältig ausgeführte Verklebung der Anschlüsse nötig, das gilt für die Verklebung der Folienbahnen genauso wie die Klebeanschlüsse an die angrenzenden Bauteile. Bleiben Sie hier unbedingt im System: Verwenden Sie nur Klebematerialien des Herstellers, von dem auch die Dampfbremsfolie kommt.

Anwendungsbereiche

Klassischerweise kommen diffusionsdichte Innendämmungen in Nassräumen wie Schwimmbädern zum Einsatz. Insbesondere wenn Fliesen als abschließende Beschichtung aufgebracht werden, ist die Konstruktion raumseitig gut gegen Beschädigungen geschützt. Diffusionsdichte Dämmungen eignen sich somit auch für häusliche Bäder und Küchen. Diffusionsoffene Systeme dagegen stoßen hier aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeitswerte schnell an ihre Grenzen.

Ansicht eines Wandaufbaus mit Mauer, Dämmschicht usw.

Hinweise zur Ausführung

Bei diffusionsdichten Innendämmungen muss sichergestellt sein, dass keine Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringt, denn sie kann zur Raumseite hin nicht wieder abtrocknen. Ideal ist es, diese Wände von Durchdringungen, aber auch von Installationen wie Steckdosen frei zu halten. Ist das nicht möglich, müssen spezielle luftdichte Installationslösungen eingebaut werden. Berücksichtigen Sie auch die an der Außenwand liegende Fläche. Gelangt Feuchtigkeit von außen hinter die Konstruktion, verbleibt die Feuchte hinter dem ansonsten dichten Aufbau – es kann sich schnell Schimmel bilden. Prüfen Sie bei Außenwänden also vorher, ob sie ausreichend gegen Schlagregen geschützt sind, bevor sie ein diffusionsdichtes Innendämmsystem anbringen.

Diffusionshemmende Innendämmsysteme

Eigenschaften

Was die Aufnahme von Feuchtigkeit angeht, bewegen sich diffusionshemmende Innendämmungen zwischen ihren dichten und offenen Kollegen. Sie verfügen also über einiges an Widerstand gegenüber eindringender Feuchte, können sie aber nur in begrenztem Umfang aufnehmen und später wieder an die Raumluft abgeben. Einige Hersteller geben an, dass ihre Systeme im Winter mehr Feuchte aufnehmen können, als sie dann im Sommer wieder abgeben. Dabei ist es je nach System sehr unterschiedlich, wie „dicht“ die Konstruktion ist!

Anwendungsbereiche

Weil diese Systeme eine begrenzte Menge an Luftfeuchte aufnehmen können, helfen sie, ein feuchtes Raumklima zu vermeiden. Daher eignen sie sich für Räume, in denen es zeitweise zu höheren Feuchtelasten kommt. Das gilt für häusliche Bäder, aber nicht für ausgesprochene Nassräume wie gewerbliche Küchen oder Schwimmbäder.

Hinweise zur Ausführung

Wenn Sie diffusionshemmende Systeme einsetzen, sollten Sie genau klären, dass der Schlagregenschutz der Fassade sichergestellt ist und wie die Feuchteverhältnisse im Innenraum über das Jahr hinweg verteilt sind. Auch hier gilt: Die Innendämmung muss luftdicht ausgeführt werden! Außerdem müssen sie genau prüfen, ob die Dichtigkeit beziehungsweise das Feuchteaufnahmevermögen des gewählten Innendämmsystems zu den klimatischen Bedingungen des Raumes passt, in dem sie es anbringen möchten.

Diffusionsoffene Innendämmungen

Eigenschaften

Eine diffusionsoffene Innendämmung ist kapillaraktiv. Das bedeutet, sie leitet Feuchte ins Innere, gibt sie aber bei fallender Luftfeuchtigkeit im Raum (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) auch schnell wieder an die Innenraumluft ab. Damit kann sie Feuchteschäden in der Konstruktion verhindern und insgesamt für ein ausgeglicheneres Raumklima sorgen. Sie ist in der Ausführung etwas fehlertoleranter als ihre dichteren Kollegen, weil weniger Anschlussklebungen nötig sind.

Anwendungsbereiche

Innenräume, in denen es nicht dauerhaft zu hohen Luftfeuchten kommt wie häusliche Bäder.

Hinweise zur Ausführung

Bevor Sie eine diffusionsoffene Innendämmung ausführen, sollten Sie sicherstellen, dass die Feuchte, die das System aufnimmt, zum Beispiel durch ausreichendes Lüften wieder abtrocknen kann. Bei dieser Variante müssen die Anschlüsse ebenfalls luftdicht ausgeführt werden – auch wenn sie zumindest geringfügig fehlertolerant ist, weil das System eingedrungene Feuchte nach innen wieder abgeben kann. Zum Innenraum hin dürfen auf eine diffusionsoffene Innendämmung keine dampfdichten Beschichtungen (Tapeten, Putze oder Fliesen) aufgebracht werden. Möglich sind aber beispielsweise Dispersionsfarben. Darüber sollten Sie auch Ihren Auftraggeber informieren.

Portrait Ulrich Wolf

Ulrich Wolf

Ulrich Wolf gehört zum Management Programm der Fachzeitschrift bmH bauen mit Holz im Kölner Bruderverlag. Seit 25 Jahren arbeitet der ausgebildete Zimmerer als Redakteur für verschiedene Fachzeitschriften aus dem Bau-, Ausbau- und Do-it-yourself-Bereich. Knapp zehn Jahre lang betrieb er eine Agentur, die Foto- und Videoproduktionen sowie Fachtexte für Redaktionen und Unternehmen aus diesen Fachbereichen realisierte.

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